Skip to main content
data-privacy gdpr microsoft-365 compliance

Welche KI-Assistenten hosten wirklich in Deutschland?

Von amaiko 5 Min. Lesezeit
Redaktionelle Illustration: Eine massive limettengrüne Tresortür steht dicht verschlossen im Vordergrund, während die Kammer dahinter aus dünnen Papierwänden besteht, die aufreißen und violette Dokumente ins Freie treiben lassen.

Vollständig in Deutschland läuft ein KI-Assistent für Microsoft 365 erst, wenn Ablage, Modellverarbeitung, Subprozessoren und Fernzugriff alle innerhalb der Grenze bleiben. amaiko speichert in deutschen Rechenzentren und verarbeitet KI ausschließlich innerhalb der EU. Die meisten Anbieter, die mit deutschem Hosting werben, meinen den ersten der vier Punkte.

Was heißt „in Deutschland gehostet” bei einem KI-Assistenten?

Die Formulierung beschreibt in der Praxis vier getrennte Vorgänge. Der erste ist die Ablage, also der Ort, an dem Dokumente, Chats und das Gedächtnis des Assistenten im Ruhezustand liegen. Der zweite ist die Inferenz, der Moment, in dem ein Modell den Prompt tatsächlich rechnet. Dazu kommen die Subprozessoren, deren Modelle der Anbieter einkauft, und zuletzt der Fernzugriff durch Support, Betrieb und Sicherheitsteams.

Ein Anbieter kann den ersten Punkt sauber erfüllen und beim zweiten die Grenze verlassen. Genau das lässt Microsoft seit diesem Frühjahr für neue Tenants standardmäßig zu, und es steht offen in der Dokumentation. Wer nur nach dem Rechenzentrum fragt, bekommt eine richtige Antwort auf die falsche Frage.

Warum ist die EU Data Boundary kein Deutschland-Nachweis?

Die EU Data Boundary von Microsoft umfasst die 27 EU-Staaten plus Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Sie ist eine Zusage für einen Raum von 31 Ländern. Wo genau ein Microsoft-365-Tenant liegt, richtet sich nach dem Anmeldeland, und Kunden mit Multi-Geo-Funktionen fallen laut Microsoft ganz aus dem Umfang heraus, selbst wenn ihr Tenant auf ein EU-Land ausgewiesen ist.

Dazu kommen Übermittlungen, die dauerhaft bestehen bleiben. Daten für Beratungsleistungen liegen in US-Rechenzentren. Pseudonymisierte Protokolldaten für Sicherheitsoperationen gehen in jede Azure-Region weltweit. Der Netzwerkverkehr kann aus Gründen der Routing-Stabilität zeitweise außerhalb der Grenze laufen. Nichts davon ist verborgen, es steht nur nicht im Verkaufsgespräch.

PrüfpunktMicrosoft 365 Copilot in der EU Data Boundaryamaiko
Ablage der KundendatenEU oder EFTA, konkretes Land nach Anmeldeort des Tenantsdeutsche Rechenzentren
Modellverarbeitungmit Flex Routing bei Spitzenlast auch USA, Kanada oder Australienausschließlich innerhalb der EU
SubprozessorenAnthropic verarbeitet Kundendaten in den USA, sobald der Tenant diese Modelle erlaubtAzure OpenAI mit Verarbeitung ausschließlich in der EU; liberté verarbeitet jedes Mistral-Modell und jedes Token in der EU
Fernzugriff und ProtokolleSicherheits- und Supportdaten weltweit konsolidiert, Beratungsdaten in US-Rechenzentreneigene isolierte Umgebung und Datenbanken je Kunde in Deutschland; Zugriff nur im Rahmen der Microsoft-365-Berechtigungen des jeweiligen Nutzers

Wo verarbeitet Microsoft 365 Copilot deine Prompts seit dem 25. März 2026?

Flex Routing erlaubt Microsoft, die LLM-Inferenz bei Spitzenlast außerhalb der EU Data Boundary auszuführen. Die Dokumentation nennt als mögliche Orte die Vereinigten Staaten, Kanada und Australien. Für Tenants, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden, ist die Funktion standardmäßig eingeschaltet. Ältere Tenants erfahren ihren Ausgangswert über das Message Center.

Abschalten dauert zwei Minuten. Ein Administrator mit der Rolle KI-Administrator öffnet im Microsoft 365 Admin Center den Bereich Copilot, dann Einstellungen, dann die Option für Flex Routing bei Spitzenlast, und wählt die restriktive Variante. Danach bleibt die Inferenz auch unter Last in der Grenze. Die Tücke liegt im Weg der Information, denn den Ausgangswert für ältere Tenants hat Microsoft nur über das Message Center mitgeteilt, und dort liest in einem 80-Personen-Haus selten jemand systematisch mit. Wer seit April nicht nachgesehen hat, kennt den eigenen Stand nicht. Wie sich das auf die DSGVO-Bewertung auswirkt, steht in Copilot und DSGVO 2026.

Ein zweiter Punkt gehört auf dieselbe Liste. Gibt ein Tenant die Anthropic-Modelle für Microsofts generative Dienste frei, werden Kundendaten laut Microsoft von Anthropic in den Vereinigten Staaten verarbeitet. Die Ablage bleibt in der EU, die Verarbeitung nicht.

Welche Nachweise darfst du vom Anbieter verlangen?

Verlangen darfst du alles, was ein Prüfer sehen will. Die Liste der Subprozessoren mit Sitz und Verarbeitungsort gehört dazu, ebenso der Auftragsverarbeitungsvertrag mit den technischen und organisatorischen Maßnahmen und eine Aussage darüber, aus welchen Ländern Support und Betrieb auf Systeme zugreifen.

Beim Zertifikat lohnt Genauigkeit. Der Kriterienkatalog C5 des BSI fragt den Standort der Datenverarbeitung als Teil der Systembeschreibung ab und lässt ihn von Wirtschaftsprüfern testieren. Die Fassung C5:2026 ist seit Ende März 2026 final und umfasst 168 Kriterien in 17 Themenbereichen. ISO 27001 belegt ein Sicherheitsmanagement und sagt über den Ort der Verarbeitung nichts. Für KI-Managementsysteme gilt ISO/IEC 42001, dazu steht mehr in ISO 42001 und KI in Deutschland.

Wie prüfst du einen Assistenten an einem Vormittag?

Nimm dir den Vertragsentwurf und die Sicherheitsseite des Anbieters nebeneinander und beantworte die vier Fragen in dieser Reihenfolge. Wo liegen die Daten im Ruhezustand, mit Angabe des Landes. Wo läuft die Inferenz, unter Last und im Normalbetrieb. Welche Subprozessoren sind beteiligt und wo sitzen sie. Wer greift von außerhalb der EU zu und unter welcher Kontrolle. Bleibt eine Antwort vage, ist sie die Antwort.

Bei amaiko fällt der erste Punkt auf deutsche Rechenzentren, ohne Speicherregion zum Auswählen, und der zweite auf die EU. Wer die Verarbeitung zusätzlich auf europäische Modelle festlegen will, bucht liberté, dort läuft jedes Modell von Mistral und jedes Token in der EU, dafür ohne Bildgenerierung. Das persistente Gedächtnis liegt auf denselben Servern, die Mechanik dahinter beschreibt KI mit persistentem Gedächtnis auf deutschen Servern.

amaiko kostet 41,58 € pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung, ab 200 Nutzern 33,25 €. Was das für eure Teamgröße bedeutet, rechnet ihr im Preisrechner durch. Wenn ihr die vier Prüfpunkte lieber gemeinsam an eurem eigenen Tenant durchgeht, bucht euch eine Demo und bringt eure IT mit.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Reicht ein deutsches Rechenzentrum für DSGVO-Konformität?

Ein deutscher Speicherort erfüllt die Anforderungen an den Ablageort. Über die Zulässigkeit entscheiden zusätzlich der Ort der Modellverarbeitung, die eingesetzten Subprozessoren und die Frage, wer von außerhalb der EU auf Systeme zugreifen darf. Erst wenn alle vier Punkte innerhalb der EU liegen, entfällt die Prüfung eines Drittlandtransfers nach Art. 44 ff. DSGVO.

Ist Microsoft 365 Copilot in der EU Data Boundary in Deutschland gehostet?

Die EU Data Boundary umfasst die 27 EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. Eine Zusage für Deutschland im Einzelnen gibt sie nicht her. Die kommt aus Microsofts Datenresidenz-Zusagen: Bei Tenants mit Standardgeografie Deutschland liegen auch Copilot-Interaktionen im Ruhezustand in Deutschland, wo die Inferenz läuft, regelt das nicht. Kunden mit Multi-Geo-Funktionen fallen ganz aus dem Umfang der EU Data Boundary heraus.

Was ist Flex Routing und wie schalte ich es ab?

Flex Routing erlaubt Microsoft, die LLM-Inferenz bei Spitzenlast außerhalb der EU Data Boundary auszuführen, laut Dokumentation in den USA, Kanada oder Australien. Für Tenants, die nach dem 25. März 2026 angelegt wurden, ist die Funktion standardmäßig aktiv. Ein Administrator mit KI-Administratorrolle deaktiviert sie im Microsoft 365 Admin Center unter Copilot, Einstellungen, Flex Routing bei Spitzenlast.

Verarbeitet Microsoft Kundendaten über Anthropic in den USA?

Sobald ein Tenant Anthropic-Modelle für die generativen KI-Dienste von Microsoft freigibt, werden Kundendaten laut Microsoft-Dokumentation von Anthropic in den Vereinigten Staaten verarbeitet. Die Ablage der Daten bleibt dabei innerhalb der EU Data Boundary. Die Freigabe liegt beim Tenant-Administrator und gehört auf jede Prüfliste.

Wo speichert und verarbeitet amaiko die Daten?

Alle Daten werden in deutschen Rechenzentren gespeichert, die KI-Verarbeitung findet ausschließlich innerhalb der EU statt. Der Tarif liberté verarbeitet jedes Modell von Mistral und jedes Token in der EU, als dauerhafte Festlegung statt als Schalter, dafür ohne Bildgenerierung.

Welche Zertifikate belegen den Verarbeitungsort?

Der Kriterienkatalog C5 des BSI fragt den Standort der Datenverarbeitung als Teil der Systembeschreibung ab, geprüft wird er von Wirtschaftsprüfern. Die Fassung C5:2026 umfasst 168 Kriterien in 17 Themenbereichen und ist seit Ende März 2026 final. ISO 27001 sagt für sich genommen nichts über den Ort aus.

Was kostet amaiko pro Nutzer?

amaiko kostet 41,58 € pro Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung (499 € im Jahr) oder 49,90 € bei monatlicher Zahlung, die jährliche Abrechnung bringt also zwei Monate gratis. Ab 200 Nutzern sind es 33,25 € im Monat bei jährlicher Abrechnung oder 39,90 € monatlich. Gebucht wird ab fünf Nutzern.

Weiterlesen